Studienqualifizierender Abschluss

Berufliches Gymnasium

Das Berufliche Gymnasium ist wie die gymnasiale Oberstufe ein studienqualifizierender Bildungsgang. Das Ziel ist die Allgemeine Hochschulreife (Abitur), die – unabhängig von der gewählten Fachrichtung des Beruflichen Gymnasiums – zum Studium in allen Fakultäten an allen Hochschulen berechtigt. Neben der Allgemeinbildung werden in der gewählten Fachrichtung berufliche Bildungsinhalte vermittelt.

Die Schwerpunkte und Fachrichtungen an Beruflichen Gymnasien sind durch folgende Lerninhalte gekennzeichnet: Technik (Maschinenbau, Elektrotechnik, Biologietechnik, Mechatronik, Bautechnik, Physik-, Chemie-, Biologie- und Datenverarbeitungstechnik, Gestaltungs- und Medientechnik), Wirtschaft, Ernährung und Hauswirtschaft, Agrarwirtschaft, Gesundheit und Soziales.

Die berufsbezogenen Fächer werden im Beruflichen Gymnasium durchgehend mit etwa acht bis zehn Stunden pro Woche unterrichtet.

In das Berufliche Gymnasium kann aufgenommen werden, wer in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe versetzt wurde. Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss können aufgenommen werden, wenn sie hinreichende Leistungen nachweisen können.

Im Zentrum steht die Vorbereitung auf das wissenschaftliche Arbeiten, weshalb besonderer Wert auf das selbstständige Arbeiten und Lernen gelegt wird. Das erste Jahr der Oberstufe (Einführungsphase) dient unter anderem dem Ausgleich der unterschiedlichen Voraussetzungen, die die Schülerinnen und Schüler mitbringen.

Erst die Leistungen des zweiten und dritten Jahres der Oberstufe (Qualifikationsphase) zählen für das Abitur. Der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe findet ab dem zweiten Jahr in zwei Leistungskursen und einer Reihe von Grundkursen statt. Das erste Leistungsfach muss entweder Deutsch, eine verbindliche Fremdsprache (in der Regel Englisch), Mathematik oder eine Naturwissenschaft (Physik, Chemie, Biologie) sein. Mit der Wahl der Fachrichtung im Beruflichen Gymnasium ist auch gleichzeitig das zweite Leistungsfach festgelegt.

Landesabitur am Beruflichen Gymnasium

Die Abiturprüfung am Beruflichen Gymnasium verläuft wie in der gymnasialen Oberstufe; jede Schülerin und jeder Schüler wird in der Abiturprüfung in fünf Fächern geprüft. Diese müssen die drei Aufgabenfelder abdecken und als Abiturprüfungsfächer zugelassen sein. In drei Fächern findet eine schriftliche, im vierten Fach eine mündliche Prüfung und im fünften Fach eine Präsentation oder eine mündliche Prüfung oder eine besondere Lernleistung statt. Die Aufgaben für die schriftlichen Prüfungen werden in allen Fächern landesweit einheitlich durch das Kultusministerium gestellt und gelten übereinstimmend sowohl für die gymnasiale Oberstufe als auch für das Berufliche Gymnasium.

Wie den Absolventinnen und Absolventen der gymnasialen Oberstufe stehen den Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums nach dem Abitur alle Studiengänge an Universitäten, Technischen Hochschulen, Gesamthochschulen und Fachhochschulen offen.

Die „Oberstufen- und Abiturverordnung" (OAVO), Hinweise zur Vorbereitung auf die schriftlichen Abiturprüfungen im Landesabitur im beruflichen Gymnasium sowie weitere Informationen zum Abitur finden Sie im Bereich Schulrecht unter Abitur/Oberstufe.