Berufliche Grundbildung und Ausbildung

Berufsfachschulen

Die Berufsfachschulen bieten in verschiedenen Fachrichtungen und Schwerpunkten eine berufliche Grundbildung oder eine vollschulische Berufsausbildung (Assistentenberufe). Ebenso kann ein höher qualifizierender, gleichwertiger Schulabschluss erlangt werden: der mittlere Abschluss oder die Fachhochschulreife. Zudem kann in den Berufsfachschulen in festgelegten anerkannten Ausbildungsberufen ein Berufsabschluss erworben werden. Die Ausbildungsdauer beträgt je nach Form der Berufsfachschule zwischen einem Jahr und dreieinhalb Jahren.

Zweijährige Berufsfachschule

Die zweijährige Berufsfachschule ist eine weiterführende Vollzeitschulform. Sie eröffnet besondere Chancen für Hauptschülerinnen und -schüler und bietet die Möglichkeit, junge Menschen fachrichtungs- und schwerpunktbezogen zu motivieren und auf eine berufliche Ausbildung vorzubereiten. Der erfolgreiche Besuch mit bestandener Abschlussprüfung ist dem mittleren Abschluss gleichwertig. Ein Übergang in die zweijährige höhere Berufsfachschule, die Fachoberschule oder das Berufliche Gymnasium ist möglich.

Einjährige höhere Berufsfachschule

Die einjährige höhere Berufsfachschule ist eine weiterführende berufliche Vollzeitschule, die auf einem mittleren Abschluss aufbaut. Sie bereitet auf eine Berufsausbildung vor und verbessert die Chancen der Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz. Es werden fachtheoretische Kenntnisse und fachpraktische Fertigkeiten in dem gewählten Berufsfeld vermittelt. Eine Abschlussprüfung findet nicht statt.

Zweijährige höhere Berufsfachschule: Assistentenberufe und Sozialassistenz

Die zweijährige höhere Berufsfachschule bietet Schülerinnen und Schülern mit mittlerem Abschluss eine Alternative zum dualen Ausbildungssystem. Nach der zweijährigen vollschulischen Ausbildung ist mit einem vierwöchigen Praktikum und nach der Abschlussprüfung ein direkter Einstieg ins Berufsleben möglich. Die zweijährige höhere Berufsfachschule vermittelt Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten und befähigt zu verantwortlichem Handeln bei der Mitgestaltung im Beruf und in der Gesellschaft.

Ziel der Ausbildung an der höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz ist die Vermittlung von Basisqualifikationen für eine weiterführende Ausbildung an Fachschulen sowie von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die erforderlich sind, um in sozialpädagogischen und sozialpflegerischen Institutionen nach Anweisung und in begrenztem Umfang verantwortlich tätig sein zu können. Die Aufnahme in die höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz setzt einen mittleren Abschluss voraus. Die Ausbildung zur Sozialassistentin bzw. zum Sozialassistenten dauert zwei Jahre. Das erste Ausbildungsjahr gliedert sich in eine fachtheoretische und eine fachpraktische Grundbildung. In dieser Zeit haben die Schülerinnen und Schüler zwei Praktika in sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Einrichtungen abzuleisten. Das zweite Ausbildungsjahr dient der fachtheoretischen und berufspraktischen Ausbildung mit Schwerpunktbildung (Sozialpädagogik bzw. Sozialpflege). An drei Tagen pro Woche findet die berufspraktische Ausbildung in sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Einrichtungen des gewählten Schwerpunktes statt. Die Ausbildung an der höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, die die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte/r Sozialassistent/in“ verleiht. Absolventinnen und Absolventen der höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz haben die Möglichkeit, nach erfolgreichem Ablegen einer Hochschulzugangsprüfung ein fachgebundenes Studium an hessischen Hochschulen und Berufsakademien aufzunehmen.

Berufsfachschule mit Berufsabschluss

Die Berufsfachschule mit Berufsabschluss führt zu einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf mit vorwiegend kreativen Anteilen, aber auch handwerklichen Anforderungen. Schülerinnen und Schüler müssen bei Aufnahme über den Hauptschulabschluss oder einen höherwertigen Schulabschluss verfügen und erfolgreich an einem Auswahlverfahren teilgenommen haben. Die praxisnahe Ausbildung erfolgt in Vollzeitform und dauert je nach Ausbildungsberuf zwei bis dreieinhalb Jahre. Der Übergang in eine weiterführende berufliche Schulform ist möglich: Fachoberschule, Berufliches Gymnasiums oder Fachschule.