Neues Unterrichtsangebot

Bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht

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Bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht
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Hessen ist das erste Bundesland, das den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht auf der Grundlage von Artikel 7 Absatz 3 des Grundgesetzes eingeführt hat. Die beiden Religionsgemeinschaften DİTİB Landesverband Hessen e.V. und Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik Deutschland e.V. erfüllen die Voraussetzungen nach Artikel 7 Absatz 3 Grundgesetz und stehen somit als Kooperationspartner für die Einrichtung von bekenntnisorientiertem Religionsunterricht zur Verfügung.

Der bekenntnisorientierte Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ist seinem Wesen nach eine staatliche Veranstaltung wie jedes andere Unterrichtsfach auch. Dies gilt unabhängig davon, für welche Konfession der Religionsunterricht eingerichtet ist. Er wird als ordentliches Lehrfach in staatlicher Verantwortung, d.h. nach staatlichen Curricula, in deutscher Sprache und grundsätzlich durch staatliche Lehrkräfte erteilt.

Das Weiterbildungsangebot an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) für die Grundschule und an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt für die Sekundarstufe I ist das Fundament, damit der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht unterrichtet werden kann.

Im Schuljahr 2013/2014 startete der Unterricht verteilt auf ganz Hessen an 27 Grundschulen und konnte mit Beginn dieses Schuljahres auf 46 Schulen ausgedehnt werden. Derzeit nehmen rund 2050 Kinder der Jahrgänge 1, 2  und 3 an hessischen Grundschulen am bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht teil. Die beiden Unterrichtsangebote – Ahmadiyya Muslim Jamaat und Ditib Hessen sunnitisch – werden dabei sukzessive von Klasse 1 beginnend eingeführt. Nach vier Jahren wäre der entsprechende Unterricht dann in allen Jahrgängen der beteiligten Grundschulen etabliert. Derzeit werden bereits die Kerncurricula für die Sekundarstufe I erarbeitet, damit die Schulkinder nach Verlassen der Klasse 4 nahtlos ein entsprechendes Unterrichtsangebot in der weiterführenden Schule nutzen können.

Voraussetzung für das organisch wachsende Angebot ist die Einhaltung der Mindestgruppengröße von acht Schülerinnen und Schülern, die der jeweiligen Religionsgemeinschaft angehören und für die der Unterricht deshalb als ordentliches Lehrfach in erster Linie eingerichtet wird.