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Kerncurricula

Häufig gestellte Fragen: Arbeitsvorhaben „Kerncurricula Primarstufe und Sekundarstufe I – Konkretisierungen der Inhaltsfelder“

Seit Beginn des Schuljahres 2011/12 sind die Kerncurricula (Bildungsstandards und Inhaltsfelder) verbindliche curriculare Grundlage des Unterrichts in der Primarstufe und den Bildungsgängen der Sekundarstufe I. Ihre Implementierung ist ein maßgeblicher Schritt zur Unterstützung der Unterrichtsentwicklung im Sinne einer Kompetenzorientierung des Unterrichts. Viele Schulen haben seit der Einführung der Kerncurricula mit großem Engagement ein Schulcurriculum zur Konkretisierung der einzelnen Kerncurricula entwickelt oder befinden sich in dem entsprechenden Entwicklungsprozess. Die „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" dienen den Schulen, die bereits ein Schulcurriculum erarbeitet haben, als Orientierung für die Konkretisierung der einzelnen Kerncurricula. Für Schulen, die noch kein Schulcurriculum entwickelt haben, werden die „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" gelten. Weitere Informationen zu den „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" und den zeitlichen Rahmen finden Sie in den Häufig gestellten Fragen.

Häufig gestellte Fragen


Die hessischen Kerncurricula (Bildungsstandards und Inhaltsfelder) für die Primarstufe und die Sekundarstufe I sind seit 2011 verbindliche curriculare Grundlage des Unterrichts.  Wird sich daran etwas ändern?
Nein.

In der Verordnung über die hessischen Kerncurricula (Bildungsstandards und Inhaltsfelder) für die Primarstufe und die Sekundarstufe I vom 31. Mai 2011 (ABl. S. 230), § 5 Abs. 1 ist Folgendes festgelegt: „Wenn eine Schule ein Schulcurriculum nach § 4 Abs. 4 des Schulgesetzes beschließt, bildet dieses den schulintern verbindlichen Rahmen für die Arbeit im Unterricht. Künftig erarbeitete Fachcurricula sind integraler Bestandteil des Schulcurriculums." [Hervorhebung d. Autors]. Wird sich an dieser Festlegung durch die Änderung des Schulgesetzes oder durch eine Änderung der genannten Verordnung etwas ändern?
Nein.

In der in Frage 2 genannten Verordnung ist auch Folgendes festgelegt: „Liegt kein Beschluss zu einem Schulcurriculum vor, gelten…", anschließend sind die jeweiligen Lehrpläne und Rahmenpläne der einzelnen Fächer und Bildungsgänge aufgelistet, die bis zur Einführung der Kerncurricula für die Primarstufe und die Sekundarstufe I galten, dies mit der Maßgabe, dass die Schule festlegt, wie die Inhalte der Lehrpläne und Rahmenpläne mit den Kompetenzfestlegungen der Kerncurricula verknüpft werden (vgl. § 5 Abs. 2 der VO über die Kerncurricula (Bildungsstandards und Inhaltsfelder) für die Primarstufe und die Sekundarstufe I). Wird sich an dieser Festlegung etwas ändern?
Ja. Derzeit werden „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" in allen Fächern der Primarstufe und Sekundarstufe I erarbeitet, für die Kerncurricula vorliegen. Es ist beabsichtigt, dass diese Konkretisierungen zukünftig an die Stelle treten, an der in der Verordnung derzeit die Lehrpläne und Rahmenpläne genannt werden (vgl. § 5 Abs. 2 der VO über die Kerncurricula (Bildungsstandards und Inhaltsfelder) für die Primarstufe und die Sekundarstufe I).

Was wird sich konkret für die Schulen ändern?
Für alle Schulen, die einen Beschluss über ein Schulcurriculum gefasst haben, ändert sich nichts.

Für alle Schulen, in denen kein Beschluss über ein Schulcurriculum vorliegt, werden zukünftig die „Konkretisierungen der Inhaltsfelder", die derzeit in Fachteams im Auftrag des Kultusministeriums und unter der Federführung der Hessischen Lehrkräfteakademie erarbeitet werden, unter der Maßgabe der entsprechenden Änderungsverordnung gelten.

Wann wird die in der Antwort auf Frage 3 genannte Änderung in Kraft treten?
Die Änderung wird voraussichtlich mit Beginn des Schuljahres 2019/20 in Kraft treten.

Wann werden die „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" den betroffenen Schulen, also den Schulen, in denen kein Beschluss über ein Schulcurriculum vorliegt, zur Verfügung stehen?
Folgender Zeitplan ist vorgesehen:

  • Schuljahr 2016/17:
    Erarbeitung der „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" in allen Fächern der Primarstufe und Sekundarstufe I, in denen Fachcurricula vorliegen.
     
  • Schuljahr 2018/19:
    1. Durchführung eines Beratungsverfahrens zu den Entwürfen der „Konkretisierungen der Inhaltsfelder"
    2. Eröffnung des Beteiligungsverfahrens
    3. Nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens Veröffentlichung der Endfassungen der „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" und der Änderungsverordnung
     
  • Schuljahr 2019/20:
    Inkrafttreten der Änderungsverordnung

Die Verordnung über die hessischen Kerncurricula (Bildungsstandards und Inhaltsfelder) für die Primarstufe und die Sekundarstufe I vom 31. Mai 2011 (ABl. S. 230) läuft am 31. Dezember  2018 aus. Die geplante Änderung soll zu Beginn des Schuljahres 2019/20 in Kraft treten. Was passiert in der Zwischenzeit?
Die Verordnung wird zunächst inhaltlich unverändert verlängert und zum 01. August 2018 durch eine Änderungsverordnung gemäß der in der Antwort auf Frage 3 genannten Absicht geändert.

Für welche Fächer werden „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" erarbeitet?
Für alle Fächer der Primarstufe und Sekundarstufe I, für die Kerncurricula (Bildungsstandards und Inhaltsfelder) vorliegen.

Wer erarbeitet die „Konkretisierungen der Inhaltsfelder"?
Die „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" werden im Auftrag des Kultusministeriums unter der Federführung der Hessischen Lehrkräfteakademie (Dezernat II.4, Sachgebiet II.4-1 „Bildungsstandards und Curricula") in der Zusammenarbeit mit erfahrenen hessischen Lehrkräften aller Schulformen und Fächer in Fachteams erarbeitet und dieser Prozess wird von Fachexperten begleitet.

Bedeutet die geplante Änderung, dass die bisherigen Lehrpläne und Rahmenpläne nicht mehr gelten werden?
Für alle Fächer der Primarstufe und Sekundarstufe I, für die Kerncurricula vorliegen, gelten die Lehrpläne oder Rahmenpläne bereits seit 2011 grundsätzlich nicht mehr. Gültigkeit haben sie seit 2011 nur noch an den Schulen, in denen kein Beschluss über ein Schulcurriculum vorliegt, dies mit der Maßgabe, dass die Schule festlegt, wie die Inhalte der Lehrpläne und Rahmenpläne mit den Kompetenzfestlegungen der Kerncurricula verknüpft werden. Das wird voraussichtlich ab dem Schuljahr 2019/20 nicht mehr der Fall sein, das heißt ab dem Schuljahr 2019/20 werden die Lehrpläne und Rahmenpläne der Fächer der Primarstufe und Sekundarstufe I, für die Kerncurricula vorliegen, an keiner Schule mehr gelten, unabhängig davon, ob die jeweilige Schule einen Beschluss über ein Schulcurriculum gefasst hat oder nicht.

Warum soll die geplante Änderung erfolgen?
Wie jede curriculare Grundlage bedürfte auch die Generation der Lehrpläne und Rahmenpläne, die derzeit an den Schulen gelten, in denen kein Beschluss über ein Schulcurriculum vorliegt, einer Überarbeitung und Novellierung. Gleichzeitig wurde mit der Einführung der Kerncurricula für die Primarstufe und die Sekundarstufe I der Weg zur Umstellung von der Inhalts- auf die Kompetenzorientierung eingeschlagen und mit der Einführung der Kerncurricula für die gymnasiale Oberstufe konsequent fortgesetzt. Eine Novellierung der alten Lehr- und Rahmenpläne stünde in einem Widerspruch zu dieser Entwicklung. Deshalb ist beabsichtigt, mit der Erarbeitung der „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" den 2011 begonnenen Prozess der Qualitätsentwicklung im Sinne der Kompetenzorientierung des Unterrichts weiter zu stärken und die Schulen in ihrer entsprechend ausgerichteten Unterrichtsentwicklung zu unterstützen.

Müssen die Schulen, die ein Schulcurriculum entwickelt und beschlossen haben, auf die „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" zurückgreifen, sobald diese in Kraft gesetzt sind?
Für alle Schulen, die ein Schulcurriculum nach § 4 Abs. 4 HSchG entwickelt und beschlossen haben, können die „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" eine hilfreiche Orientierung und Unterstützung, z.B. für die Evaluierung und ggf. Veränderung ihrer schulspezifischen Fachcurricula, sein. Konkret bedeutet das: Diese Schulen können, müssen jedoch nicht auf die Konkretisierungen zurückgreifen.

Müssen die Schulen, die an der Entwicklung eines Schulcurriculums arbeiten und die (noch) keinen Beschluss über ein Schulcurriculum gefasst haben, auf die Konkretisierungen der Inhaltsfelder zurückgreifen?
Ja. An diesen Schulen gelten derzeit die Lehrpläne und Rahmenpläne für die jeweiligen Fächer der Primarstufe und Sekundarstufe I mit der Maßgabe, dass die Schule festlegt, wie die Inhalte der Pläne mit den Kompetenzfestlegungen der Kerncurricula verknüpft werden, da diese Schulen (noch) keinen Beschluss über ein Schulcurriculum gefasst haben. Die Tatsache, dass die Schule an der Entwicklung eines Schulcurriculums arbeitet, ändert daran nichts, das heißt auch diese Schulen werden von der in der Antwort auf Frage 3 genannten Änderung betroffen sein, sofern bei Inkrafttreten der Änderungsverordnung (noch) kein Beschluss über ein Schulcurriculum vorliegt. Das Inkrafttreten der Änderungsverordnung ist zu Beginn des Schuljahres 2019/20 anvisiert. Sowohl die Entwürfe der „Konkretisierungen der Inhaltsfelder" als auch der Entwurf der Änderungsverordnung werden allen Schulen rechtzeitig zur Verfügung gestellt, sodass sie sich auf die ergebenden Änderungen einstellen können (vgl. Zeitplan in der Antwort auf Frage 5).

(Stand: September 2017)