Medienbildungskonzept

Pädagogische Unterstützung für Schulen

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Lehrkräfte stehen vor einem Klassenzimmer
© omgimages/iStock

Schulen können auf pädagogische Angebote sowie Unterrichtsmaterialien zurückgreifen, die ihnen Orientierung und Anregungen für den didaktischen Einsatz digitaler Medien und Werkzeugen geben. Sie erhalten Unterstützung durch die Fachberatung Medienbildung der Staatlichen Schulämter

Medienbildungskonzepte

Um digitale Medien im Unterricht sinnvoll einsetzen zu können, benötigen Schulen ein Medienbildungskonzept. Es bietet den pädagogischen Rahmen für den Aufbau und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Arbeit mit Medien an der Schule und schafft die Grundlage für inhaltlich und methodisch aufeinander abgestimmte Lernangebote für alle Schülerinnen und Schüler, damit diese in ihrer Schullaufbahn die Kompetenzen erwerben, mit Medien sicher zu arbeiten, diese zu reflektieren und zu bewerten.

Ein Medienbildungskonzept sollte Bestandteil des Schulprogramms sein und folgende Anforderungen erfüllen:

Zielsetzung
Im Medienbildungskonzept sind die zentralen Ziele zu definieren, wie der pädagogische Einsatz digitaler Medien in der Schul- und Unterrichtsentwicklung erfolgen und in welchen Fächern und Jahrgangsstufen der Kompetenzaufbau bei Schülerinnen und Schülern gefördert werden soll. Ziel ist kein statisches Dokument - vielmehr ist ein Medienbildungskonzept als Prozess zu verstehen, der sich beständig weiterentwickelt.

Organisationsstruktur und Verantwortlichkeiten
Bei der Erarbeitung und Umsetzung eines Medienbildungskonzepts handelt es sich um einen wichtigen Prozess innerhalb der Schulentwicklungsarbeit, der durch eine Steuergruppe initiiert und kontinuierlich begleitet werden sollte. Mitglieder sollten neben der Schulleitung auch Lehrkräfte/pädagogische Fachkräfte mit Erfahrung im Bereich Medienbildung, der/die IT-Beauftragte der Schule und Delegierte aus möglichst verschiedenen Fachkonferenzen sein.

Bestandsaufnahme
Zu Beginn sollte eine Bestandsaufnahme durchgeführt werden, in der die aktuelle Nutzung digitaler Medien im Unterricht, die technische und räumliche Ausstattung der Schule sowie der Kenntnisstand des Kollegiums erfasst wird. Mit der Checkliste Medienbildung wird den Schulen ein Instrument zur Verfügung gestellt, das sie bei der schulinternen Bestandsaufnahme unterstützen soll.   

Medienbildungskonzept Prozessrad

Schul- und Unterrichtsentwicklung
Bei der Unterrichtsentwicklung geht es sowohl um die Nutzung der Medien für Lehr- und Lernprozesse als auch um Medien als Gegenstand des Unterrichts. Die sinnvolle Einbindung digitaler Lernumgebungen in den Unterrichtsalltag erfordert ein verändertes Lehren und Lernen. Es ist zu eruieren, in welchem Maße die didaktische Integration von Medien im Unterricht bereits stattfindet und wie diese ausgebaut werden soll.

Die hohe Verfügbarkeit von digitalen Bildungsinhalten ermöglicht und erfordert eine zunehmende Förderung der Eigenverantwortlichkeit und Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf die Planung und Gestaltung ihrer eigenen Lernprozesse. Es ist für die Lernenden von zunehmender Bedeutung, Fakten, Prozesse und Entwicklungen einzuordnen, miteinander zu verknüpfen, zu bewerten und Stellung zu nehmen. Hierauf sollte Schule reagieren, indem sie das prozess- und ergebnisorientierte Lernen in den Vordergrund stellt. Dabei sollten Vereinbarungen zur Nutzung der Medien entwickelt werden (z.B. in Form eines Nutzungskonzepts oder der Verankerung in der Schulordnung).

IT-Ausstattung
Die technische Ausstattungsplanung sollte von der Frage geleitet werden, welche Infrastruktur/Ausstattung notwendig ist, um die geplanten Maßnahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu realisieren und den Kompetenzaufbau der Schülerinnen und Schüler zu erreichen. Dabei ist auch zu ermitteln, welche Bildungsmedien/Software erforderlich sind. Hierzu ist eine frühzeitige Einbindung der Schulträger anzustreben.

Zentrale Fragen können sein: Welche IT-Ausstattung hat die Schule bereits und wie soll diese weiterentwickelt werden? Wie sieht die WLAN-Abdeckung aus? Welche Bandbreiten stehen zur Verfügung? Wie viele PC-Räume, Lernbereiche oder Mediotheken gibt es? Gibt es Tablets oder andere mobile Geräte? Steht den Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften eine Lernplattform zur Verfügung?

Betriebs- und Servicekonzept
Um die Funktionsfähigkeit der Technik sicherzustellen, ist mit dem Schulträger abzustimmen, wer der Schule als IT-Verantwortlicher auf Seiten des Schulträgers oder durch den Schulträger beauftragten externen IT-Dienstleister für die Absicherung der IT-Infrastruktur zur Verfügung steht. Die Ausfallszenarien (Erreichbarkeit, Erstinformation, Auftragsklärung, Vollzug) zwischen Schule und IT-Verantwortlichen des Schulträgers sind zu klären und ein schulischer Erstansprechpartner für den Schulträger ist festzulegen.       

Fortbildungskonzept
Ein wesentlicher Baustein des Medienbildungskonzepts ist ein Fortbildungskonzept. Lehrerinnen und Lehrer müssen über Kenntnisse zu den an der Schule vorhandenen digitalen Medien verfügen und diese auch pädagogisch angemessen und im Sinne des angestrebten Unterrichts einsetzen können. Bei der Erhebung des Fortbildungsbedarfs ist darzulegen, um welche Inhalte es sich handelt und welche Angebote geplant sind (technikbezogene Anwenderschulungen/Einweisungen durch den Schulträger, externer Anbieter über Schulbudget für schulspezifische Themen, regionale Fortbildungen gemeinsam mit weiteren Schulen, Teilnahme an Landesangeboten).

Elternarbeit
Es sollte festgelegt werden, wie die Kommunikation mit den Eltern über das Medienbildungskonzept sowie über konkrete IT-Ausstattungsplanungen stattfindet. Dabei sollten auch Fragen des Datenschutzes einbezogen werden. Eltern sollten außerdem darüber informiert werden, wer Ansprechpartner der Schule in Fragen des Jugendmedienschutzes ist.

Zeitplanung/Meilensteine
Es ist schulintern festzulegen, welche Meilensteine zur Umsetzung des Medienbildungskonzepts vorgesehen sind.

Evaluation
Da das Medienbildungskonzept einen Teil des Schulprogramms darstellt, sollte es auch bei der schulinternen Evaluation berücksichtigt werden. Dies ist sinnvoll, da es sich nicht um ein statisches Konzept handelt, sondern kontinuierlich im Zuge aktueller Entwicklungen fortgeschrieben werden muss.

Der geschilderte Prozess mündet in das Medienbildungskonzept, das nicht als ein statisches Dokument zu verstehen ist, sondern vielmehr in einen dynamischen Entwicklungsprozess eingebettet sein muss, der fortlaufende Entwicklungen innerhalb der digitalen Gesellschaft berücksichtigt und darauf reagiert:

Medienbildungskonzept

Praxisleitfaden

Mit der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ der Kultusministerkonferenz haben sich die Länder dazu verpflichtet, allen Schülerinnen und Schülern, die zum Schuljahr 2018/19 in die Grundschule eingeschult werden oder in die Sekundarstufe I eintreten, bis zum Ende der Pflichtschulzeit den Erwerb wichtiger Kompetenzen für ein Leben in der digitalen Welt zu ermöglichen.

Der Praxisleitfaden „Medienkompetenzen/Kompetenzen in der digitalen Welt“ soll Lehrkräfte dabei unterstützen, im Unterricht aller Fächer der Primar- und Sekundarstufe I neben fachlichen Kompetenzen auch Medienkompetenz zu fördern. Dazu werden sowohl theoretische Grundlagen vermittelt als auch praktische Hinweise durch konkrete Unterrichtsbeispiele für alle Fächer gegeben. Diese Unterrichtsbeispiele werden schrittweise für alle Fächer angeboten.

Schulportal

Mit dem Schulportal Hessen wird Schulen eine digitale Lernumgebung zur Verfügung gestellt. Die nutzerfreundliche pädagogische Lern- und Arbeitsplattform unterstützt beim täglichen Lehren und Lernen durch:

  • die Bereitstellung von pädagogischen Inhalten und Materialien sowie audiovisuellen Medien,
  • eine Lernplattform,
  • Funktionen zur Unterrichtsplanung,
  • Möglichkeiten der Zusammenarbeit,
  • orts- und zeitunabhängigen Zugriff,
  • einen einfachen einheitlichen Zugang (Single-Sign-On)

Das neue „Schulportal Hessen“

Das Schulportal befindet sich im Aufbau und wird allen Schulen ab dem Schuljahr 2021/22 zur Verfügung stehen.

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