Eine Gruppe von Meschen unterhält sich in einem Stuhlkreis.

Psychische Gesundheit und Schule (IMPRES)

Psychische Erkrankungen sind sowohl für den Einzelnen als auch auf gesellschaftlicher Ebene eine große Herausforderung. Für betroffene junge Menschen und ihr Umfeld können psychische Erkrankungen zu einer starken Belastung werden und langfristige Folgen für die emotionale, soziale, kognitive Entwicklung und die Gesundheit bedeuten. Die Auswirkungen sind auch im Schulalltag spürbar.

Die derzeitige Corona-Pandemie verschärft die Situation: Während vor der Pandemie etwa jeder 5. junge Mensch laut den Ergebnissen der KIGGS-Studie von psychischen Beeinträchtigungen betroffen war, zeigen neue Forschungsergebnisse der COPSY-Studie eine Zunahme der psychischen Belastungen. Während der Pandemie wurden für fast jedes 3. Kind psychische Auffälligkeiten berichtet.

Das Unterrichtsprogramm Psychische Gesundheit und Schule (IMPRES)

IMPRES ist ein Unterrichtsprogramm zur Förderung der psychischen Gesundheitskompetenz von Schülerinnen und Schülern. Es besteht aus einer Einführungsveranstaltung für das Kollegium und 6 Modulen für die Klasse (idealerweise Doppelstunden), in denen Schülerinnen und Schüler psychische Erkrankungen als vergleichsweise verbreitete Gesundheitszustände kennenlernen und die Problematik der gesellschaftlichen Tabuisierung und Stigmatisierung dieser Erkrankungen thematisiert wird. In den Klassen wird das Programm durch einen Schulpsychologen oder eine Schulpsychologin gemeinsam mit der Klassenlehrkraft durchgeführt. Der Ansatz des Projektes geht über eine reine Wissensvermittlung hinaus: Mithilfe von persönlichen Erfahrungsberichten wird der konstruktive Umgang mit einer psychischen Erkrankung besprochen. Dies soll Empathie und Akzeptanz bei den Schülerinnen und Schülern fördern und eventuell bestehende Berührungsängste und Vorurteile abbauen. Zudem wird über das eigene psychische Wohlbefinden und dessen Förderung gesprochen und es werden Strategien zu einem positiven Umgang mit Stress und Belastungssituationen vermittelt.

Das Unterrichtsprogramm IMPRES (Improving mental health literacy in children and adolescents to reduce stigma) wurde in Kanada entwickelt und für Deutschland und vom Zentrum für Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter (ZPI) an der Universität Bielefeld adaptiert und übersetzt. Es richtet sich vor allem an die 8. – 10. Klassenstufe aller Schulformen, kann aber auch mit älteren Jahrgängen durchgeführt werden. Die Umsetzung in den Schulen wird durch das Kompetenzzentrum Schulpsychologie Hessen unterstützt und evaluiert.

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