Studienqualifizierender Abschluss

Berufliches Gymnasium

Das berufliche Gymnasium ist wie die gymnasiale Oberstufe ein studienqualifizierender Bildungsgang. Das Ziel ist die Allgemeine Hochschulreife (Abitur). Neben der Allgemeinbildung werden in der gewählten Fachrichtung oder dem gewählten Schwerpunkt berufliche Bildungsinhalte vermittelt.

Es besteht ein breites Angebot an Fachrichtungen und Schwerpunkten, aus denen entsprechend persönlicher Neigung und Zielsetzung ausgewählt werden kann: Fachrichtung Berufliche Informatik (Schwerpunkt Praktische Informatik), Fachrichtung Ernährung, Fachrichtung Gesundheit und Soziales (Schwerpunkte Erziehungswissenschaft sowie Gesundheit), Fachrichtung Technik (Schwerpunkte Bautechnik, Biologietechnik, Chemietechnik, Elektrotechnik, Gestaltungs- und Medientechnik, Maschinenbautechnik, Mechatronik sowie Umwelttechnik) und Fachrichtung Wirtschaft.

Die fachrichtungs- und schwerpunktbezogenen Fächer werden im beruflichen Gymnasium durchgehend mit etwa acht bis zehn Stunden pro Woche unterrichtet.

Seit dem Schuljahr 2018/2019 stellen die neuen Kerncurricula die verbindliche Unterrichtsgrundlage für die fachrichtungs- und schwerpunktbezogenen Fächer beginnend mit der Einführungsphase dar. Sie werden damit im Schuljahr 2020/2021 erstmals die Grundlage für die Prüfungen im Rahmen des zentralen Landesabiturs sein.  

In das berufliche Gymnasium kann aufgenommen werden, wer in die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe versetzt wurde. Schülerinnen und Schüler mit mittlerem Abschluss können aufgenommen werden, wenn sie hinreichende Leistungen nachweisen können.

Im Zentrum des beruflichen Gymnasiums steht die Vorbereitung auf das wissenschaftliche Arbeiten, weshalb besonderer Wert auf das selbstständige Arbeiten und Lernen gelegt wird. Das erste Jahr der Oberstufe (Einführungsphase) dient unter anderem dem Ausgleich der unterschiedlichen Voraussetzungen, die die Schülerinnen und Schüler mitbringen.

Erst die Leistungen des zweiten und dritten Jahres der Oberstufe (Qualifikationsphase) zählen für das Abitur. Der Unterricht im beruflichen Gymnasium findet ab der Qualifikationsphase in zwei Leistungskursen und einer Reihe von Grundkursen statt. Das erste Leistungsfach muss entweder Deutsch, eine verbindliche Fremdsprache (in der Regel Englisch), Mathematik oder eine Naturwissenschaft (Physik, Chemie, Biologie) sein. Mit der Wahl der Fachrichtung oder des Schwerpunktes ist zugleich das zweite Leistungsfach festgelegt.
 

Landesabitur am Beruflichen Gymnasium

Die Abiturprüfung am beruflichen Gymnasium verläuft wie in der gymnasialen Oberstufe: Jede Schülerin und jeder Schüler wird in der Abiturprüfung in fünf Fächern geprüft. Diese müssen die drei Aufgabenfelder abdecken und als Abiturprüfungsfächer zugelassen sein. In drei Fächern findet eine schriftliche, im vierten Fach eine mündliche Prüfung und im fünften Fach eine Präsentation oder eine mündliche Prüfung oder eine besondere Lernleistung statt.

Die Aufgaben für die schriftlichen Prüfungen werden in allen Fächern landesweit einheitlich durch das Kultusministerium gestellt und gelten übereinstimmend sowohl für die gymnasiale Oberstufe als auch für das berufliche Gymnasium.

Wie den Absolventinnen und Absolventen der gymnasialen Oberstufe stehen den Schülerinnen und Schülern des beruflichen Gymnasiums nach dem Abitur alle Studiengänge an Hochschulen, wie z.B. Universitäten oder Hochschulen für angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen), offen.

Die Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO), Hinweise zur Vorbereitung auf die schriftlichen Abiturprüfungen sowie weitere Informationen zum Abitur finden Sie im Bereich Schulrecht unter Abitur/Oberstufe.

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