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Angebote für behinderte Schüler

Schulen für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen

An Förderschulen mit den Schwerpunkten geistige oder körperlich-motorische Entwicklung, Sehen, Hören oder Kranke werden Kinder und Jugendliche mit der jeweiligen Behinderung bzw. Einschränkung unterrichtet.

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Junge im Rollstuhl malt mit einem Betreuer.
© istock/ FatCamera

Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

 

Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung öffnen sich in besonderer Weise ihrem Umfeld. Sie suchen außerschulische Lernorte bewusst auf, um eigenständiges Handeln im Lebensalltag zu fördern. Lebenspraktische Tätigkeiten, kreative Lernbereiche und differenzierte Kommunikationsangebote vermitteln lebensbedeutsame Kompetenzen. Für kaum oder nicht sprechende Schülerinnen und Schüler werden Methoden zur Verständigung erarbeitet. Die Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bereitet auf eine selbstbestimmte Lebensgestaltung in sozialer Gemeinschaft vor. Die Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung erhalten einen von den allgemeinen Bildungsgängen abweichenden, an ihrem individuellen Lern- und Entwicklungsstand orientierten Abschluss.

 

Schulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung

 

In Hessen bestehen sieben Schulen für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Diese Förderschulen bieten mehrere, unterschiedliche Abschlüsse an, die sich nach dem Bildungsgang der Schülerin bzw. des Schülers richten. So können die Abschlüsse im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung oder im Förderschwerpunkt Lernen, genauso wie die Haupt- und Realschulabschlüsse vergeben werden. Die Schulen werden überwiegend von Schülerinnen und Schülern besucht, die lernzieldifferent unterrichtet werden. In der Förderschule als Berufsschule (Edith-Stein-Schule Hochheim) werden spezifische Bildungsgänge der Sekundarstufe II angeboten. Die Schulen mit dem primären Förderanspruch körperliche und motorische Entwicklung sind Ganztagsschulen nach dem Profil 3 der Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen in Hessen.

 

Schulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen

 

Schulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen unterrichten Schülerinnen und Schüler, deren Sehvermögen stark herabgesetzt ist. Es wird unterschieden zwischen Schülerinnen und Schülern, die Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Bereich Blinde und denen, die im Bereich Sehbehinderte gefördert werden. Schulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen vergeben Abschlüsse der allgemeinen Schulen. In Hessen können blinde und sehbehinderte Schülerinnen und Schüler an der Carl-Strehl-Schule in Marburg zum Abitur geführt werden. Entsprechend den individuellen sonderpädagogischen Förderansprüchen kann auch der Abschluss der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen oder der Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung erworben werden.

 

Schulen mit dem Förderschwerpunkt Hören

 

An Schulen mit Förderschwerpunkt Hören werden Kinder und Jugendliche unterrichtet, die einen festgestellten Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Bereich Hören haben, d.h. von Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit und Ertaubung sowie auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen betroffen sind. Zudem werden auch Schülerinnen und Schüler mit weiteren Handicaps, wie z. B. kognitiven, psychischen und körperlichen Einschränkungen oder einer Hör-Sehbeeinträchtigung beschult. Die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Hören sind Ganztagsschulen in unterschiedlichen Profilen, an denen hörgeschädigte Kinder ab dem 4. Lebensjahr die Vorklasse besuchen können. Die Grundstufe umfasst 5 Jahre, die Mittelstufe ist als Förderstufe organisiert, ab der Klasse 7 wird in die Bildungsgänge Haupt- und Realschule differenziert. Die Lehrpläne und die Stundentafel orientierten sich stark an der allgemeinen Schule. Zum Erlangen des mittleren Abschlusses werden die zentralen Prüfungen im Bildungsgang Haupt- und Realschule durchgeführt. Schülerinnen und Schüler mit dem zusätzlichen Förderschwerpunkt Lernen können den Berufsorientierten Abschluss erwerben.

 

Schulen für kranke Schülerinnen und Schüler (Klinikschulen)

 

Schulen mit diesem Förderschwerpunkt fördern Schülerinnen und Schüler, die voraussichtlich länger als sechs Wochen in einer Klinik oder einer vergleichbaren Einrichtung aufgenommen werden und daher nicht die Herkunftsschule besuchen können. Der Unterricht findet in kleinen Lerngruppen oder einzeln statt und orientiert sich an den Lehrplänen der ursprünglichen Schulform der betroffenen Schülerinnen und Schüler. Angepasst an die Belastbarkeit und den Gesundheitszustand wird der Unterricht von den Lehrkräften inhaltlich und methodisch flexibel gestaltet. Ziel der Schule ist es, erkrankte Schülerinnen und Schüler individuell so zu fördern, dass sie nach längerem krankheitsbedingtem Fehlen dem Unterricht in ihrer Herkunftsschule nach Möglichkeit wieder folgen können und so den Anschluss finden. Die Schule mit dem Förderschwerpunkt kranke Schülerinnen und Schüler ist berechtigt, Schulabschlüsse zu erteilen.