Schreiben vom 6. Januar 2021

Wiederaufnahme des Schul- und Unterrichtsbetriebs ab dem 11. Januar 2021

Sehr geehrte Schulleiterin, sehr geehrter Schulleiter,

zunächst wünsche ich Ihnen ein gutes neues Jahr. Im vergangenen Jahr haben Sie und Ihr Kollegium Großartiges geleistet, um unsere Schülerinnen und Schüler so gut wie irgend möglich durch die Pandemie zu führen. Die bereits begonnenen Impfungen machen Hoffnung. Nichtsdestotrotz werden die kommenden Wochen und Monate große Herausforderungen an uns alle stellen, wobei ich überzeugt bin, dass wir diese gemeinsam meistern werden.

Im Rahmen der Beratung der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder und der Bundeskanzlerin am 5. Januar 2021 wurde mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen vereinbart, dass die Schulen aufgrund der nach wie vor angespannten Pandemielage mit Beginn des neuen Kalenderjahres noch nicht zum Regelbetrieb zurückkehren werden. Eine präzise Einschätzung der Entwicklung des Infektionsgeschehens ist zurzeit außerordentlich schwierig. Aufgrund der Feiertage ist davon auszugehen, dass die derzeitigen Meldezahlen das tatsächliche Infektionsgeschehen nicht genau abbilden. Um hier mehr Klarheit zu gewinnen, ist für den Schulbetrieb eine Übergangsphase bis zum 31. Januar 2021 vorgesehen, über deren genaue Ausgestaltung ich Sie mit diesem Schreiben in Kenntnis setzen möchte. Ich bitte Sie, die Eltern mit beigefügtem Elternschreiben gesondert zu informieren.
 

Jahrgangsstufen 1 - 6 sowie Förderschulen, an denen eine Lerngruppenkonstanz gewahrt werden kann

Im Zeitraum vom 11. Januar 2021 bis zum 31. Januar 2021 wird für die Jahrgangsstufen 1 - 6 weiterhin die Präsenzpflicht ausgesetzt. Für diese Jahrgänge und für alle Förderschulen, an denen eine  Lerngruppenkonstanz gewahrt werden kann, kommt in der Schule die Stufe 2 des „Leitfadens für den Schulbetrieb im Schuljahr 2020/21 (eingeschränkter Regelbetrieb) zur Anwendung. Dies bedeutet konkret:

  • Im Sinne einer Kontaktreduzierung sollen Schülerinnen und Schüler, wann immer möglich, zu Hause betreut werden. Bleiben sie nach Entscheidung ihrer Eltern bzw. Erziehungsberechtigten dem Präsenzunterricht und den Ganztagsangeboten in der Schule fern, nehmen sie von zuhause aus im Rahmen des schulischen Angebotes am Distanzunterricht teil, welcher dieselben Unterrichtsinhalte wie das Unterrichtsangebot in der Schule umfasst. In jedem Fall muss die Entscheidung der Schule mitgeteilt werden, insbesondere, wenn am Präsenzunterricht teilgenommen werden soll. Hierfür kann beiliegender Vordruck genutzt werden. Die Eltern können, sollten sich ihre persönlichen Voraussetzungen im Laufe des Monats ändern, ihr Kind für den Präsenzunterricht anmelden oder aber auch vom Präsenzunterricht abmelden. In diesem Fall sollte diese Entscheidung der Schule bis spätestens am Freitag um 8.30 Uhr mit Wirkung zur neuen Schulwoche mitgeteilt werden.
     
  • In der Schule findet möglichst im Rahmen der verlässlichen Schulzeit Präsenzunterricht statt, der sich inhaltlich am Distanzunterricht orientiert. Grundlage ist hierbei die Stundentafel.
     
  • Die Ganztagsangebote können im Rahmen des Ganztagsprofils der Schule weiter durchgeführt werden. Dabei gelten die Regelungen des aktuellen Hygieneplans des Hessischen Kultusministeriums sowie des Hygieneplans der jeweiligen Schule. Zum Zweck der Kontaktbeschränkung und der Nachverfolgung sind dabei jedoch feste Gruppen zu bilden, eine Durchmischung verschiedener Schülergruppen muss vermieden werden.
     
  • Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 - 4, die die Schule besuchen, können auch die Betreuungsangebote der Schulträger gemäß § 15 Abs. 1 Nr.1 und Abs. 2 HSchG wahrnehmen, sofern sie auch bisher dafür angemeldet sind.
     
  • Die Dienst- und Unterrichtsverpflichtungen der Lehrkräfte gelten weiterhin.
     
  • Die von der Schule getroffenen Absprachen für eine gelingende Kommunikation mit Schülerinnen, Schülern und Eltern sind zu beachten.
     
  • Die Zeugnisnoten für das 1. Halbjahr können, da sie im Wesentlichen informatorischen Charakter haben, auf der Grundlage der bis zum Zeitpunkt des Aussetzens der Präsenzpflicht zum 16. Dezember 2020 erbrachten schriftlichen, mündlichen und sonstigen Leistungen erstellt werden.
     
  • Für die Ersatzschulen gilt, dass der Erlass „Stufenregelung Leitfaden Schulbetrieb“ vom 14. Dezember 2020 (Az. 816.200.000-228) keine Anwendung findet.


Alle Jahrgangsstufen ab Jahrgangsstufe 7

Ab dem 11. Januar 2021 bis zum 31. Januar 2021 kommt für alle Jahrgangsstufen ab Klasse 7 (mit Ausnahme der Abschlussklassen) Stufe 4 des „Leitfadens für den Schulbetrieb im Schuljahr 2020/21“ zur Anwendung. Dies bedeutet konkret:

  • Der Distanzunterricht tritt an die Stelle des Präsenzunterrichts.
     
  • Ganztagsangebote werden ausgesetzt. Das frei werdende Personal kann an diesen Schulen zur Betreuung in den Klassenstufen 5 und 6 eingesetzt werden.
     
  • Die im Rahmen des Distanzunterrichts von der Schülerin oder dem Schüler erbrachten Leistungen sowie die vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten sind für die Leistungsbewertung nach § 73 Abs. 2 des Hessischen Schulgesetzes maßgebend.
     
  • Während des Distanzunterrichts besteht für die Schülerinnen und Schüler Schulpflicht sowie für die Lehrkräfte Dienstpflicht.
     
  • Die von der Schule getroffenen Absprachen für eine gelingende Kommunikation mit Schülerinnen, Schülern und Eltern sind zu beachten.
     
  • Im Falle von ausschließlichem Distanzunterricht finden Klassenarbeiten, Klausuren und sonstige Prüfungen mit Ausnahme derjenigen, welche für Schulabschlüsse 2021 unaufschiebbar sind, nicht statt. Dies bedeutet, dass die für Januar terminierten schriftlichen Leistungsnachweise, die für die Noten in Abschlusszeugnissen relevant sind (z. B. Klausuren in Q1 und Q3, die in die Abiturnote einfließen), ab dem 11. Januar 2021 geschrieben werden können, und zwar in Präsenz in der Schule unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln. Ersatzleistungen sind alternativ möglich. Die Klassenarbeiten und Prüfungen in den anderen Jahrgangsstufen entfallen, können aber ebenfalls durch Ersatzleistungen kompensiert werden.
     
  • Die Zeugnisnoten für das 1. Halbjahr können, da sie im Wesentlichen informatorischen Charakter haben, auf der Grundlage der bis zum Zeitpunkt des Aussetzens der Präsenzpflicht zum 16. Dezember 2020 erbrachten schriftlichen, mündlichen und sonstigen Leistungen erstellt werden.
     
  • Die Betriebspraktika an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen werden zunächst für den Zeitraum bis zum 31. Januar 2021 ausgesetzt. Begründete Einzelfallentscheidungen anderer Art sind bei Zustimmung aller Beteiligten (Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte, Betrieb, Schulleitung) unter Einhaltung der geltenden Hygienepläne möglich. Besuche im Betrieb durch Lehrkräfte dürfen jedoch nicht stattfinden.
     
  • Für Schülerinnen und Schüler mit einem Anspruch auf sonderpädagogische Förderung, der eine besondere Betreuung erfordert, muss diese in Absprache mit den Eltern oder Erziehungsberechtigten in der Schule sichergestellt werden.
     
  • An Schulen für Kranke sowie an Schulen, Zweigen, Klassen oder Abteilungen mit den Förderschwerpunkten emotionale und soziale Entwicklung, geistige Entwicklung oder körperliche und motorische Entwicklung sowie für Internatsschülerinnen und Internatsschüler an Förderschulen findet die Regelung für die Jahrgänge 1 - 6 Anwendung, da bei ihnen von einem erhöhten Betreuungs- und Unterstützungsbedarf ausgegangen wird. Für die übrigen Förderschulformen (Hören, Sehen, Sprachheilförderung und Lernen) gelten grundsätzlich die gleichen Regelungen wie für allgemeine Schulen. Schülerinnen und Schüler in den Abschlussjahrgängen in den Förderschwerpunkten Lernen und geistige Entwicklung erhalten Präsenzunterricht unter Wahrung der Abstandsregelungen.
     
  • Für die Ersatzschulen gilt, dass der Erlass „Stufenregelung Leitfaden Schulbetrieb“ vom 14. Dezember 2020 (Az. 816.200.000-228) keine Anwendung findet.


Unterricht in den Abschlussklassen

Der Unterricht in den Abschlussklassen der allgemein bildenden und beruflichen Schulen sowie der Schulen für Erwachsene erfolgt grundsätzlich im Rahmen von Präsenzunterricht.

  • Der Unterricht wird bei durchgängiger Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern erteilt. Gegebenenfalls müssen die Lerngruppen dafür geteilt und in benachbarten Räumen untergebracht werden. Die Lehrkraft ist dann zeitgleich für beide Teilgruppen zuständig.
     
  • Der Präsenzunterricht kann, wenn ein vergleichbarer Lernerfolg sichergestellt wird, auch phasenweise durch Distanzunterricht ersetzt werden.
     
  • Das gilt auch für die Abschlussjahrgänge in Ersatzschulen.


Digitale Kommunikation

Zur Gestaltung der Möglichkeiten der digital-gestützten Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern/Eltern möchte ich Sie noch auf Folgendes hinweisen:

  • Öffentlichen Schulen, die noch über keine Videokonferenzlösung verfügen und auf kein Angebot des Schulträgers zurückgreifen können, wurden Mittel zur Finanzierung von schulspezifischen Videokonferenzlösungen bis zum Ende dieses Schuljahrs zur Verfügung gestellt. Diese Finanzierungsmöglichkeit besteht weiterhin. Schulen können sich bei Bedarf an ihr zuständiges Staatliches Schulamt wenden.
     
  • Um der zu erwartenden steigenden Nutzung des Schulportals in den nächsten Wochen gerecht zu werden, wurde das System technisch über die Weihnachtsferien u. a. durch die Ausweitung der Serverkapazitäten optimiert. Die schulischen Administratorinnen und Administratoren für das Schulportal erhalten am morgigen Donnerstag ergänzende Informationen in Form von Nutzungsempfehlungen, damit ein reibungsloser Betrieb sichergestellt werden kann.

Unabhängig von dieser vom Hessischen Kultusministerium getroffenen landesweiten Regelung können weiterhin – je nach Entwicklung der pandemischen Lage vor Ort – regionale Maßnahmen vorgesehen werden. Diese können von einzelnen Landkreisen oder kreisfreien Städten für die Schulen der Region erfolgen. Darüber hinaus können je nach Entwicklung der Infektionslage vor Ort auch weiterhin die jeweils zuständigen Gesundheitsämter Anordnungen für einzelne Schulen treffen.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schulleiterinnen und Schulleiter, trotz der außergewöhnlichen Umstände wünsche ich uns allen einen gelingenden Start in den Schul- und Unterrichtsbetrieb 2021. Lassen Sie uns gemeinsam das Beste daraus machen – zum Wohle der uns anvertrauten Schülerinnen und Schüler.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Prof. Dr. R. Alexander Lorz

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