Geschichte des Gebäudes

Von der Lateinschule zum Ministerium: Die Geschichte des Gebäudes am Luisenplatz

hkm.jpg

Außenansicht des Hessischen Kultusministeriums
Außenansicht des Hessischen Kultusministeriums
© www.ich-geh-wandern.de

Das Hessische Kultusministerium ist in einem Gebäude untergebracht, das 1831 dem 1817 gegründeten Pädagogium als Schulneubau  zur Verfügung gestellt wurde. Zu jener Zeit entwickelte sich Wiesbaden gerade vom kleinen Agrarstädtchen zum Zentrum des damaligen Herzogtums Nassau. Pädagogium nannte sich die Schule und beherbergte anfangs gerade einmal vier Klassen.

Die Gründer der kleinen Schule hatten es sich zum Ziel gesetzt, dass hier jenes Maß an höherer Bildung und Selbständigkeit vermittelt werden sollte, mit der ein Vierzehnjähriger ins praktische Leben entlassen werden konnte. Gleichzeitig sollte der Besuch des Pädagogiums als Grundlage und Vorbereitung für diejenigen dienen, die weiterführend ein Gymnasium besuchen wollten. Das einzige Gymnasium, das es zu jener Zeit in Nassau gab, befand sich in Weilburg.

Nachdem Wiesbaden jedoch Residenz geworden war, verlangten die Bürgerinnen und Bürger auch nach einer eigenen weiterführenden Schule. Also wurde das heimische Pädagogium per Edikt zum „Herzöglichen Gymnasium“ erweitert. Das war 1844. Wenig später kam noch ein Realgymnasium hinzu, das ebenfalls am Luisenplatz, im ehemaligen Münzgebäude, seine Heimat fand. Beide Bauten liegen sich spiegelsymmetrisch gegenüber.

Vom Königlichen zum Staatlichen Gymnasium

Das ehemalige Pädagogium änderte nicht nur einmal seinen Namen: Nach der Annektion Nassaus durch die Preußen wurde es „Königliches Gymnasium“ und 1918, den veränderten Verhältnissen nach dem ersten Weltkrieg entsprechend, „Staatliches Gymnasium“ getauft.

1933 begann ein dunkles Kapitel - auch in der Geschichte des Hauses. Damals zog die Verwaltung des Reichsarbeitsdienstes in die Gebäude ein. Und vom Frühjahr bis zum Sommer 1933 befand sich im Keller eine Folterkammer der SA; 1945 wurde das Haus durch Bomben erheblich beschädigt.

Modernes Verwaltungsgebäude

1949 bezog das Hessische Kultusministerium das vorläufig instand gesetzte Haus. In den Folgejahren wurde der historische Bau nach und nach zu einem modernen Verwaltungsgebäude umfunktioniert. Anfang der siebziger und Ende der achtziger Jahre machten zusätzlicher Raumbedarf, brandschutztechnische sowie energiesparende Überlegungen neue Bauvorhaben notwendig.

Heute, nach allerhand Renovierungs-, Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen am Gebäude des ehemaligen Pädagogiums kann sich das Gesamtergebnis sehen lassen. Die grünliche Farbgebung geht dabei auf Vorgaben des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen zurück, die sich an dem farblichen Urzustand des Gebäudes, also vor seiner preußischen Zeit, zu orientieren suchte.